Shor sagt: „Noch keine Panik.“

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„Also ist er der Beyoncé dieser Veranstaltung?“ Ein Mädchen hinter mir beugt sich vor.

Wir stecken hinter einer Wand aus Menschen fest und starren Peter Shor von hinten an. Bärtiger Kerl. Orangefarbener Pullover. Ihn zu sehen fühlt sich an, als würde man gegen Paparazzi um die Mona Lisa kämpfen – kurze Einblicke, Selfies, das ganze chaotische Zeug.

„Mein Algorithmus wird alles kaputt machen“, sagt mir jemand.

Es ist wahr. Es stimmt auch, dass Peter Shor kaum reagiert. Er ist der Grund dafür, dass Quantencomputing echte Mittel erhielt, und das alles dank eines mathematischen Tricks, den er sich 1994 ausgedacht hatte. Damals waren Quantencomputer Nischen-Science-Fiction. Er war bei Bell Labs. Habe einen Vortrag von Umesh Vazirani über einen obskuren Quantenvorteil gehört. Es hat nicht sofort Klick gemacht. Das Beispiel war zu theoretisch.

Also wartete er sechs Monate. Dann bumm.

Er erkannte, dass Quantencomputer riesige Zahlen schneller faktorisieren können, als es klassische Maschinen jemals könnten. Shors Algorithmus wurde über Nacht geboren. Plötzlich hatte die Welt einen dringenden, erschreckenden Grund, diese Maschinen zu bauen.

Warum ist uns die Faktorisierung von Zahlen wichtig? Denn es ist das Schloss an der digitalen Tür. E-Mail, Banken, Krankenakten – sie alle basieren auf der Annahme, dass klassische Computer beim Factoring schlecht sind. Das tun sie. Es dauert ewig. Aber ein leistungsstarker Quantencomputer? Es bricht den Verschluss ab wie ein trockener Zweig.

Shor weiß das. Es gelang mir, ihn in einer Lautsprecherlounge abseits der Menge zu erwischen. Endlich Ruhe.

Er schwitzt nicht.

„Wir haben Post-Quanten-Methoden“, sagt er. „Wir müssen sie nur umsetzen.“

Pause.

„Das wird unglaublich schwer.“

Er hat recht. Wir wissen, dass die neuen Verschlüsselungsstandards existieren. NIST hat bereits die quantensicheren Optionen gekennzeichnet. Das Problem ist nicht die Theorie. Es ist Logistik. Es ist Geld. Es ist Zeit.

Stellen Sie sich vor, Sie leiten eine Bank oder ein Krankenhaus. Heute tauscht man nicht nur Code aus. Sie müssen jeden einzelnen Kommunikationskanal, jedes Gerät und jede Zeile veralteter Software prüfen. Das ist jahrelange Arbeit. Vielleicht länger.

Und die Frist rückt näher.

Aktuelle Quantencomputer? Immer noch Spielzeug. Zu laut. Nicht stark genug. Aber sie entwickeln sich schnell. Die Hardware verbessert sich. Die Fehlerkorrektur wird immer intelligenter.

Google strebt die Umstellung auf Post-Quanten-Kryptowährung bis 2029 an. Trump hat gerade eine Durchführungsverordnung unterzeichnet, die alle einflussreichen US-Regierungssysteme dazu drängt, bis 2030 dasselbe zu tun … Moment, 2031. Schauen wir mal nach. Ja, 2031 🗓️.

„Quantencomputer sind immer noch Spielzeug. Sie werden bald kein Spielzeug mehr sein.“

Natürlich ist Shor von der enormen Leistungssteigerung beeindruckt. Aber er ist schnell dabei, die Hype-Maschine abzuschalten. Glauben Sie, dass Quantencomputer den Aktienmarkt vorhersagen werden? Nein.

Die Leute verstehen die Technik falsch. Es geht nicht nur um „schnellere Computer“. Es ist ein ganz anderes Biest. Nützlich für bestimmte Dinge. Wie die Simulation von Molekülen für die Medizin oder Chemie. Vielleicht ein paar Optimierungsrätsel. Shor ist tatsächlich der Meinung, dass seine Kollegen die Optimierung zu schnell verworfen haben.

Hier ist der Haken.

Warum haben wir seit Shor im Jahr 1994 keinen weiteren Durchbruch erlebt? Bisher hat noch niemand einen neuen Algorithmus geknackt, der auch nur annähernd so wirkungsvoll ist.

Warum?

Vielleicht sind wir einfach nicht schlau genug. Oder vielleicht sind Quantencomputer doch gar nicht so vielseitig.

Ich frage ihn, wie wir schlauer werden. Wie wir diese Lücke schließen.

Spiel mit ihnen. Verwenden Sie die echte Hardware. Probieren Sie seltsame Dinge aus. Aber Sie müssen zwei dichte Gebiete – Quantenmechanik und Informatik – gleichzeitig beherrschen. Das ist eine große Aufgabe.

Shor verspricht keine einfachen Antworten. Einfach harte Arbeit.