Schauen Sie sich eine Blume mit vier Blütenblättern an. Oder vielleicht acht. Wenn Sie diese Symmetrie in einer gemäßigten Zone, insbesondere in Nordamerika, sehen, haben Sie es wahrscheinlich mit einem Mitglied der Familie der Onagraceae zu tun. Diese Pflanzen sind auch als Nachtkerzengewächse bekannt und gehören zur Myrtenordnung Myrtales. Es sind nicht nur hübsche Gesichter auf einer Wiese. Sie sind biologische Arbeitstiere.
Zu dieser Gruppe gehören 18 Gattungen und etwa 655 Arten. Die meisten von ihnen halten sich in den kühleren, gemäßigten Regionen der Neuen Welt auf. Ihre Struktur ist ziemlich spezifisch. Blumen folgen normalerweise einem vierteiligen Plan. Vier Kelchblätter. Vier Blütenblätter. Dann kommt der knifflige Teil: vier oder acht Staubblätter. Nicht immer konsistent. Aber eines ist behoben. Der Fruchtknoten sitzt unterhalb der eigentlichen Blüte. Es ist minderwertig. Das hört sich nach einer Formsache an, bis man erkennt, dass es bestimmt, wie die Pflanze wächst und sich vermehrt.
Nimm Weidenröschen. Es ist überall, nachdem ein Wald brennt. Der lateinische Name der Pflanze ist Epilobium angustifolium. Es ist das große Weidenkraut. Wenn Sie im pazifischen Nordwesten oder in Alaska gewandert sind, haben Sie es gesehen. Es färbt die Landschaft lila. Es ist ein Überlebender.
Dann ist da noch Oenothera. Das ist die Nachtkerze selbst. Hier leben etwa 80 Arten. Aber die wahre Geschichte sind nicht die hübschen gelben Blüten, die sich in der Abenddämmerung öffnen. Das haben diese Pflanzen für die Wissenschaft getan.
Wie Onagraceae die Genetik revolutionierten
Warum kümmern sich Botaniker so sehr um die Nachtkerze? Weil Oenothera unser Verständnis der Evolution verändert hat. Es war maßgeblich an genetischen Studien beteiligt. Diese Pflanzen mutieren auf eine Weise, die gegen die üblichen Mendelschen Regeln verstößt. Sie haben uns gezeigt, dass eine Vererbung chaotisch sein kann. Komplex. Nicht nur einfache dominante und rezessive Gene, die in ordentlichen Reihen aufgereiht sind.
Die Untersuchung von Oenothera half Wissenschaftlern, das Gesamtbild der genetischen Drift und des chromosomalen Verhaltens zu erkennen. Es ging nicht um den Duft der Blume. Es ging um den Code in der Zelle. Diese Entdeckung ist wichtig, weil sie die Biologie zur Reife zwang. Die Genetik nicht mehr wie ein einfaches Hauptbuch zu behandeln, sondern sie wie ein dynamisches System zu behandeln.
Wo sonst wachsen sie?
Nicht alle Onagraceae leben im kalten Norden. Manche bevorzugen die Hitze. Die Gattung Ludwigia dominiert Feuchtgebiete. Sümpfe. Sümpfe. Wärmere Teile der Alten und Neuen Welt.
Hier gibt es 75 Arten. Sie reichen von kleinen einjährigen Kräutern bis hin zu massiven Sträuchern. Die meisten sind im Osten Nordamerikas beheimatet. Wenn Sie in Florida oder Louisiana in der Nähe eines stehenden Teichs stehen, schauen Sie genau auf den Wasserrand. Möglicherweise sehen Sie Ludwigia. Sie gedeihen im Wasser. Sie blühen tagsüber und unterscheiden sich dadurch von ihren nachtaktiven Verwandten wie der Nachtkerze.
Andere Gattungen der Familie bieten andere Überlebensstrategien. Schauen Sie sich Circaea an. Der Nachtschatten des Zauberers. Seine Frucht hat hakenförmige Borsten. Es will sich an vorbeiziehende Tiere halten. Es will reisen. Gaura produziert kleine, nussartige Früchte, die nicht aufplatzen. Gayophytum sind fadenstielige einjährige Pflanzen mit winzigen Blüten. Sie fügen sich ein. *H
