Eine neue klinische Studie legt nahe, dass Männer, die sich einer In-vitro-Fertilisation (IVF) unterziehen, ihre Erfolgschancen erheblich verbessern können, indem sie die Ejakulationsabstinenz auf weniger als 48 Stunden vor der Eizellentnahme begrenzen. Die in China durchgeführte Studie mit über 450 Teilnehmern ergab, dass kürzere Abstinenzzeiten mit höheren Raten laufender Schwangerschaften korrelierten.
Die lang gehegte Frage des Spermien-Timings
Seit Jahren raten Fruchtbarkeitskliniken Männern, zwischen zwei und sieben Tagen auf die Ejakulation zu verzichten, bevor sie eine Probe für eine IVF bereitstellen. Dieses breite Zeitfenster basierte auf der Idee, die Spermienqualität und -quantität in Einklang zu bringen: Längere Abstinenz könnte zu DNA-Schäden durch angesammelte Toxine führen, während zu kurze Abstinenzzeiten die Spermienzahl verringern könnten. Allerdings fehlten konkrete klinische Daten, die diesen Rat stützen – bis jetzt.
Studienergebnisse: 48 Stunden scheinen optimal zu sein
Forscher unter der Leitung von Yang Yu vom Ersten Krankenhaus der Universität Jilin teilten 453 Männer in zwei Gruppen ein. Eine Gruppe wurde gebeten, etwa 36 Stunden vor der letzten Spermienprobe zu ejakulieren, während die andere der herkömmlichen Empfehlung von 48 Stunden bis sieben Tagen folgte. Die Ergebnisse waren verblüffend: Die Gruppe mit dem kürzeren Abstinenzintervall erreichte eine Rate anhaltender Schwangerschaften von 46 %, verglichen mit nur 36 % in der anderen Gruppe.
Warum das wichtig ist: Spermiengesundheit und DNA-Integrität
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine kürzere Abstinenz die Bildung schädlicher freier Radikale verringern und DNA-Schäden an den Spermien minimieren kann. Beschädigte Spermien können zu einer fehlgeschlagenen Befruchtung oder einer frühen Fehlgeburt führen. Die Studie ergab auch eine niedrigere (wenn auch statistisch nicht signifikante) Fehlgeburtenrate in der Gruppe mit kürzerer Abstinenz, was auf eine höhere Wahrscheinlichkeit von Lebendgeburten schließen lässt.
Vorbehalte und weitere Forschung
Obwohl dies vielversprechend ist, weisen Experten darauf hin, dass weitere Forschung erforderlich ist. Richard Paulson, ein Spezialist an der Keck School of Medicine, weist darauf hin, dass die Studie sowohl frische als auch gefrorene Embryonen umfasste, die unterschiedliche Erfolgsraten hatten. Die Daten zeigten auch niedrigere Befruchtungsraten in der Gruppe mit kürzerer Abstinenz, was auf weniger anfängliche Empfängnisse, aber eine höhere Rate an Schwangerschaften hindeutet, die über die 12. Woche hinaus andauern. Diese Diskrepanz erfordert eine weitere Analyse.
Die Studie lässt darauf schließen, dass eine häufige Ejakulation die Gesundheit der Spermien auch außerhalb von IVF-Behandlungen verbessern kann. Experten sind sich einig, dass diese Studie überzeugende Beweise dafür liefert, dass eine kürzere Abstinenz sich positiv auf die Spermienqualität auswirkt, obwohl endgültige Schlussfolgerungen noch weiterer Forschung bedürfen.




























