SpaceX Crew-12 erreicht die ISS inmitten von Personalproblemen

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Eine SpaceX-Raumsonde Crew Dragon hat erfolgreich vier Astronauten zur Internationalen Raumstation (ISS) gebracht und damit eine Besatzung verstärkt, die durch einen kürzlichen medizinischen Notfall geschwächt war. Der Start, der am 13. Februar um 5:15 Uhr EST von der Cape Canaveral Space Force Station aus erfolgte, markiert den jüngsten in einer Reihe schneller Astronautenrotationen, die für die ISS zum Standard geworden sind.

Medizinische Evakuierung und Besatzungsrotation

Die Crew-12-Mission trifft ein, während die ISS nach der beispiellosen medizinischen Evakuierung eines namentlich nicht genannten Astronauten von der Crew-11-Mission im Januar mit reduziertem Personal operiert. Die NASA hat unter Berufung auf den Datenschutz keine Einzelheiten öffentlich bekannt gegeben, aber der Vorfall verdeutlicht die inhärenten Risiken eines Langzeit-Raumflugs und die Bedeutung der Notfallplanung. Die schnelle Abwicklung von Crew-12 zeigt die Fähigkeit von SpaceX, einen kontinuierlichen Personalfluss zum Orbitallabor aufrechtzuerhalten.

Änderungen an der Zuverlässigkeit und dem Launchpad von Falcon 9

Der Start verzögerte sich aufgrund ungünstiger Wetterbedingungen kurzzeitig, verlief aber letztlich ohne Probleme. Die Falcon-9-Rakete, die die Mission antreibt, wurde von der Federal Aviation Administration (FAA) nach einer geringfügigen Anomalie bei einer Starlink-Mission Anfang Februar zum Flug freigegeben. SpaceX-Beamte betonten, dass das Starlink-Problem – bei dem es um einen Ausfall der oberen Stufe aus der Umlaufbahn ging – nichts mit bemannten Missionen zu tun habe, da Crew-Dragon-Flüge nicht die gleiche komplexe Triebwerksbrennsequenz erfordern.

Der Crew-12-Start nutzte auch die Landezone 40 (LZ-40) von SpaceX für die Booster-Rückgewinnung, eine Verlagerung vom primären Startstandort des Unternehmens im Launch Complex-39A (LC-39A) des Kennedy Space Center. Diese Änderung ist auf die laufenden Bauarbeiten am LC-39A zur Vorbereitung des Starship-Programms von SpaceX zurückzuführen.

Missionsziele und Besatzungserfahrung

Die vier Astronauten – Jessica Meir und Jack Hathaway von der NASA, Sophie Adenot von der ESA und Andrey Fedyaev von Roscosmos – werden etwa acht Monate an Bord der ISS verbringen. Zu ihren Aufgaben gehören die laufende Mikrogravitationsforschung, die Stationswartung und zwei zuvor geplante Weltraumspaziergänge. Die Astronautin Adenot erreicht als erste ihrer ESA-Klasse die Umlaufbahn und markiert damit einen Meilenstein für das bemannte Raumfahrtprogramm der Agentur.

Die Dauer der Mission geht über die typische sechsmonatige Rotation hinaus und ermöglicht Flexibilität bei den Forschungsplänen und mögliche Anpassungen nach dem jüngsten medizinischen Notfall. Die Crew-12-Kapsel Freedom soll gegen 15:15 Uhr am Harmony-Modul der ISS andocken. EST am 14. Februar.

Dieser Start unterstreicht die wachsende Abhängigkeit von kommerziellen Raumfahrtanbietern wie SpaceX, um die menschliche Präsenz in der erdnahen Umlaufbahn aufrechtzuerhalten. Das schnelle Tempo der Besatzungsrotationen und die Fähigkeit, schnell auf unvorhergesehene Ereignisse wie medizinische Notfälle zu reagieren, sind für den weiteren Betrieb der ISS von entscheidender Bedeutung.