Kürzungen der britischen Wissenschaftsfinanzierung gefährden die physikalische Forschung

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Erhebliche Budgetkürzungen bei UK Research and Innovation (UKRI) werden der Physikforschung „katastrophalen“ Schaden zufügen, wobei Fördergruppen mit Kürzungen von bis zu 60 Prozent rechnen müssen. Die Kürzungen, die auf eine Verlagerung hin zur Kommerzialisierung und wirtschaftlichen Auswirkungen zurückzuführen sind, werden sich unverhältnismäßig stark auf die Hochenergiephysik, die Astronomie und verwandte Bereiche auswirken.

Finanzierungsverschiebung und Kürzungen

UKRI, die wichtigste öffentliche Fördereinrichtung für Wissenschaft und Wirtschaft, kündigte ein Vierjahresbudget von 38,6 Milliarden Pfund an, was eine leichte Erhöhung darstellt. Diese Zahl berücksichtigt jedoch nicht die Inflation, und in mehreren Forschungsbereichen werden derzeit erhebliche Kürzungen vorgenommen. Der Science and Technology Facilities Council (STFC), der für die Finanzierung der britischen Beteiligung an Projekten wie CERN und der Europäischen Weltraumorganisation verantwortlich ist, wird die Hauptlast der Kürzungen tragen und schätzungsweise 162 Millionen Pfund verlieren.

Die Forscher wurden gebeten, Budgets für Kürzungen von 20 bis 60 Prozent vorzubereiten, ein Schritt, den das Institute of Physics (IOP) als „verheerenden Schlag“ bezeichnete.

Kommerzialisierung statt Neugier

Der Geschäftsführer von UKRI, Ian Chapman, erklärte, dass die Organisation kommerziellen Anwendungen und Wirtschaftswachstum Priorität einräumen werde. Diese Verschiebung spiegelt einen breiteren Trend wider, bei dem öffentliche Mittel zunehmend an messbare Renditen gebunden sind.

„Wir sind eine öffentliche Einrichtung im Dienste der britischen Öffentlichkeit“, sagte Chapman. „Die Öffentlichkeit sollte von uns erwarten, dass wir diese schwierigen Entscheidungen treffen, um sicherzustellen, dass wir den größtmöglichen Einfluss auf das Land haben und unsere Wirtschaft wachsen lassen.“

Internationale Konsequenzen

Die Kürzungen gefährden die Stellung Großbritanniens als verlässlicher Partner in der internationalen Zusammenarbeit. John Ellis vom King’s College London warnt davor, dass diese Kürzungen dem Ruf Großbritanniens schaden könnten.

„Die Leute werden sagen: ‚Nun, woher wissen wir, dass Perfidious Albion tatsächlich das tun wird, was es verspricht?‘“

Zu den gefährdeten Projekten gehören LHCb (zur Untersuchung der Materie-Antimaterie-Asymmetrie) und der von den USA geführte Electron-Ion Collider.

Langfristige Auswirkungen auf Forscher

Die Kürzungen werden wahrscheinlich zum Verlust von Stellen für Postdoktoranden und Nachwuchsforscher führen und die Zukunft der britischen Physik gefährden. Jim Al-Khalili von der University of Surrey warnte, dass die Kürzungen das Fachwissen in wichtigen Sektoren, einschließlich der Atomindustrie, verringern würden.

UKRI nimmt die Kürzungen zur Kenntnis, hält jedoch an seinem Engagement für internationale Verpflichtungen fest, einschließlich seines Beitrags zum CERN. Die umfassenderen Auswirkungen auf die wissenschaftliche Kapazität des Vereinigten Königreichs bleiben jedoch schwerwiegend.

Die Umstrukturierung soll sich an den nationalen Prioritäten orientieren, wobei neugierige Forschung weiterhin etwa 50 Prozent der Fördermittel ausmacht. Die langfristigen Folgen für Innovation und Forschungsinfrastruktur könnten jedoch irreversibel sein.

Diese Mittelkürzungen werden sich nachhaltig auf die wissenschaftliche Führungsrolle des Vereinigten Königreichs auswirken, möglicherweise künftige Durchbrüche behindern und das Vertrauen zwischen internationalen Partnern untergraben.