NASA beschleunigt Mond- und Marsambitionen mit einer nuklearbetriebenen Zukunft

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Die NASA verfolgt energisch eine zweigleisige Strategie, um eine dauerhafte Mondbasis zu errichten und Raumschiffe mit Atomantrieb für interplanetare Reisen zu entwickeln. Die Agentur stellte im März 2024 ehrgeizige Pläne vor und skizzierte eine 20-Milliarden-Dollar-Initiative mit einer Laufzeit von sieben Jahren, um neben der Entwicklung des Space Reactor-1 Freedom, einem atomgetriebenen Raumschiff, das 2028 zum Mars starten soll, Dutzende Robotermissionen zum Mond zu starten.

Eine dauerhafte Mondpräsenz bis 2030

Ziel der NASA ist es, bis 2030 eine erste Infrastruktur für einen permanenten Außenposten auf dem Mond einzurichten, der sich auf Energie, Kommunikation und Oberflächenvorbereitung konzentriert. Bis Ende 2028 wird es dabei um etwa 25 Starts mit einer Nutzlast von rund 4.000 Kilogramm gehen. Der VIPER-Rover, der für die Suche nach Wasser und anderen Ressourcen konzipiert ist, wird eine Schlüsselkomponente dieser frühen Phase sein.

Die Agentur wird die Entwicklung der Gateway-Raumstation unterbrechen, um Ressourcen auf die Mondbasis umzuleiten. Bis 2033–2036 rechnet die NASA mit weiteren 29 Starts, die 150.000 Kilogramm Nutzlast liefern werden, darunter Kernspaltungssysteme und Habitatmodule für die kontinuierliche menschliche Besiedlung. Auch wenn dieser Zeitplan aggressiv ist, könnten Industriepartnerschaften und kommerzielle Markteinführungsmöglichkeiten diesen Zeitplan ermöglichen.

Kernantrieb für Weltraummissionen

Der Space Reactor-1 Freedom soll nuklearelektrische Antriebe testen, eine Technologie, die seit 1965 nicht mehr eingesetzt wurde. Das Raumschiff wird einen 20-Kilowatt-Reaktor tragen, um hocheffiziente Triebwerke anzutreiben und so die Reisezeit zum Mars zu verkürzen. Diese Mission wird bis 2030 als Vorläufer eines Mondreaktors dienen und eine kontinuierliche Stromversorgung während des 14-tägigen Nachtzyklus des Mondes ermöglichen.

Der Kernantrieb gilt als unerlässlich für die nachhaltige Erforschung des Weltraums und macht möglicherweise den Einsatz massiver Solarpaneele auf dem Mars, der anfällig für Staubstürme ist, überflüssig. Der Erfolg dieses Programms hängt von der Sicherung einer stabilen und wachsenden Finanzierung ab.

Skyfall: Hubschrauber erkunden den Mars

Neben der nuklearen Raumsonde plant die NASA eine Mission namens Skyfall, bei der im Jahr 2028 drei Hubschrauber zum Mars entsandt werden. Diese Flugzeuge werden, ähnlich dem Ingenuity-Hubschrauber, nach Ressourcen suchen und potenzielle Landeplätze für zukünftige bemannte Missionen identifizieren. Im Gegensatz zu herkömmlichen Landungen werden die Skyfall-Hubschrauber aus eigener Kraft absteigen, was die Komplexität und Kosten der Mission reduziert.

Herausforderungen und Unsicherheiten

Die Pläne der NASA stehen vor erheblichen Hürden, einschließlich möglicher Mittelkürzungen aus dem Budgetantrag des Präsidenten. Wie aus jüngsten Umfragen hervorgeht, musste die Agentur auch Personalverluste und eine nachlassende Teamleistung hinnehmen. Die Sicherung einer langfristigen finanziellen Unterstützung und die Förderung einer neuen Generation von Weltraumwissenschaftlern und -ingenieuren werden für den Erfolg von entscheidender Bedeutung sein.

„Die Geschichte der bemannten und robotischen Raumfahrt ist übersät mit ehrgeizigen Zeitplänen, die nie vollständig umgesetzt werden.“ – Paul Byrne, Planetenwissenschaftler, Washington University in St. Louis

Trotz der Herausforderungen stellt der erneute Vorstoß der NASA in Richtung Mond- und Marserkundung einen bedeutenden Wandel in der Weltraumpolitik dar. Ob diese Ambitionen zu greifbaren Erfolgen führen, bleibt ungewiss, aber der aggressive Zeitplan der Agentur signalisiert die klare Absicht, die Führung bei der Erforschung des Weltraums zurückzugewinnen.