Hormontherapie in den Wechseljahren: Kein eindeutiger Zusammenhang mit dem Demenzrisiko, so das Ergebnis einer umfassenden Überprüfung

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Eine umfassende neue Analyse von über einer Million Gesundheitsdaten von Frauen bestätigt, dass die Hormontherapie in den Wechseljahren (MHT), auch bekannt als Hormonersatztherapie (HRT), nachweislich nicht mit einem erhöhten Demenzrisiko verbunden ist. Die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Auftrag gegebene Überprüfung ist die bisher gründlichste Untersuchung zu diesem umstrittenen Thema und ihre Ergebnisse werden in die kommenden Leitlinien der WHO einfließen, die für 2026 erwartet werden.

Warum das wichtig ist: Widersprüchliche Beweise und Frauengesundheit

Der Zusammenhang zwischen MHT und kognitivem Verfall sorgt sowohl bei Patienten als auch bei Ärzten für Unsicherheit. Frühe Studien, die auf potenzielle Schäden hindeuteten, führten trotz erheblicher Einschränkungen und später aufkommender Vorbehalte zu einem starken Rückgang der Verschreibungen weltweit. Der Mangel an klaren Leitlinien großer Gesundheitsorganisationen wie der WHO hat dazu geführt, dass viele Frauen unsicher sind, ob diese Therapie ihr Demenzrisiko erhöhen oder verringern könnte.

Dies ist wichtig, da Demenz eine wachsende globale Gesundheitskrise darstellt und jeder potenzielle Risikofaktor – oder die Gewissheit dagegen – für eine fundierte medizinische Entscheidungsfindung von entscheidender Bedeutung ist.

Wichtige Ergebnisse: Keine eindeutigen Beweise

Die systematische Überprüfung ergab keine eindeutigen Beweise dafür, dass MHT das Demenzrisiko erhöht oder verringert. Bei den meisten Studien handelte es sich um Beobachtungsstudien, das heißt, sie konnten lediglich Zusammenhänge aufzeigen, nicht jedoch Ursache und Wirkung nachweisen. Die Ergebnisse waren inkonsistent, einige Studien deuteten auf leichte positive oder negative Zusammenhänge hin, jedoch alle mit geringer Sicherheit.

Variationen in den MHT-Formulierungen, Dosierungen und dem Zeitpunkt der Verschreibung erschweren Vergleiche zusätzlich. Frauen, die mit der Therapie nach dem 60. Lebensjahr beginnen, können einem höheren Risiko ausgesetzt sein, sodass eine frühzeitige Intervention möglicherweise vorteilhafter ist. Eine randomisierte Studie deutete auf ein möglicherweise erhöhtes Risiko bei reinen Östrogenprodukten bei Frauen über 65 hin, die Autoren selbst bezeichneten die Sicherheit dieses Ergebnisses jedoch als „niedrig“.

Aktuelle Leitlinien und zukünftige Forschung

Die FDA hat kürzlich Pläne angekündigt, „Black-Box“-Warnungen auf MHT-Produkten zu entfernen, die vor einem erhöhten Demenzrisiko warnen, was mit den Ergebnissen der neuen Überprüfung übereinstimmt. Auch die Europäische Gesellschaft für menschliche Reproduktion und Embryologie empfiehlt MHT zur Demenzprävention bei Frauen mit vorzeitiger Ovarialinsuffizienz.

Forscher betonen jedoch die Notwendigkeit qualitativ hochwertigerer Daten, insbesondere für diejenigen, die aufgrund von Hysterektomien oder Oophorektomien (chirurgische Entfernung der Gebärmutter oder Eierstöcke) in die frühen Wechseljahre geraten. Studien haben eine frühe Oophorektomie mit einem erhöhten Hirnrisiko und eine Hysterektomie mit einem höheren Schlaganfallrisiko in Verbindung gebracht, Vergleichsdaten sind jedoch nach wie vor unzureichend.

„Insgesamt sprechen die bisher verfügbaren Erkenntnisse weder dafür, dass MHT allein das Risiko einer Demenz verringert, noch erhöht MHT das Demenzrisiko“, kommt die Schlussfolgerung der Studie.

Die Forschung zu den Wechseljahren ist nach wie vor erheblich unterfinanziert, was den Fortschritt in diesem wichtigen Bereich der Frauengesundheit behindert. Der Aufbau von Vertrauen in diese lebensverändernde Therapie erfordert Zeit, fundierte Forschung und eine klare Kommunikation seitens der medizinischen Behörden.